"Pseudohypoglykämie"

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Borden
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"Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 15.04.12, 20:25

Hallo,

ich habe das Problem dass ich im Wachzustand alle 2-3 Stunden etwas essen muss (Esszwang), und zwar langkettige Kohlenhydrate. Tue ich das nicht bekomme ich Anfälle die denen der Hypoglykämie sehr ähneln. Dieses Problem habe ich seit mittlerweile einem Jahrzehnt. Der Blutzucker war bei allen Messungen im Normalbereich oder ganz leicht außerhalb der Norm.

Laut meinem Hausarzt habe ich "wahrscheinlich einen Mangel", aber "keine Krankenkasse würde die "Suche" nach diesem Mangel bezahlen", so dass ich laut ihm wohl einfach so weitermachen soll wie bisher.

Mich würde interessieren ob es eine Möglichkeit gäbe herauszufinden was das Problem bei mir verursacht. Müsste da eine sehr umfangreiche Diagnostik stattfinden?
Ich wäre sogar bereit für bestimmte Blutwerte selbst zu zahlen, wenn es mich eventuell weiterbringen würde.

Ich habe die Erfahrung gemacht dass man mit so etwas ganz schnell als psychiatrischer Fall angesehen wird. Deswegen bitte ich darum die Psyche zumindest hier außen vor zu lassen. Das wird auch mein vorerst letzter Versuch sein herauszufinden was ich habe, da ich schon mal über Jahre von Arzt zu Arzt gegangen bin und meine "Story" unzählige Male geschildert habe, ohne irgendeinen Erfolg.

Wäre für jede gut gemeinte Antwort sehr dankbar.

Viele Grüße,
Borden

Elastor
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Elastor » 02.10.12, 21:15

Wird Glucose nicht richtig verstoffwechselt sind die Organe unterversorgt mit ATP. Dasselbe tritt bei einer richtigen Hypoglykämie auf, da bei einer Unterzuckerung auch nicht genug ATP hergestellt wird. Lasse bei dir eine Muskelbiospie anfertigen oder mache eine Enzymbestimmung. Es kann sein das deine Atmungskette alle Komplexe richtig arbeiten dir aber ein Enzym fehlt, weshalb die Komplexe deiner Atmungskette weniger Arbeiten. Ich würde es mal mit dem Mittel Q10 probieren. Ich würde es hochdosiert probieren. Es fördert die Energiegewinnung und hilft bei derartigen Problemen. Du musst Medizinbücher durcharbeiten, dann findest du dein Problem.

Borden
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 03.10.12, 12:39

Elastor hat geschrieben:Wird Glucose nicht richtig verstoffwechselt sind die Organe unterversorgt mit ATP. Dasselbe tritt bei einer richtigen Hypoglykämie auf, da bei einer Unterzuckerung auch nicht genug ATP hergestellt wird. Lasse bei dir eine Muskelbiospie anfertigen oder mache eine Enzymbestimmung. Es kann sein das deine Atmungskette alle Komplexe richtig arbeiten dir aber ein Enzym fehlt, weshalb die Komplexe deiner Atmungskette weniger Arbeiten. Ich würde es mal mit dem Mittel Q10 probieren. Ich würde es hochdosiert probieren. Es fördert die Energiegewinnung und hilft bei derartigen Problemen. Du musst Medizinbücher durcharbeiten, dann findest du dein Problem.


Hallo Elastor,

vielen Dank für die Antwort.

Zufälligerweise fange ich heute an, Coenzym Q10 einzunehmen. Mal schauen ob es was bewirkt.
Enzyme würde ich gerne bestimmen lassen, aber du kannst dir denken wie groß die Chance ist, dass das veranlasst wird. Es sind ja auch nicht gerade wenige, und ich nehme an es würde einiges kosten.

Grüße,
Borden

Elastor
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Elastor » 07.10.12, 14:26

Ich habe dies auch in naher Zukunft vor (Enzymbestimmung). Informiere dich was dies kostet. Ich habe in Erinnerung das eine Muskelbiopsie 300-5000 Euro kosten kann. Frage bei deinem Arzt nach. Du kannst es auch selbst bezahlen. Dies würde ich machen, wenn du schon so lange nach deinem Problem suchst. Es gibt Labore in denen du sämtliche Grunduntersuchungen machen kannst wie z.B. Vitamine, Hormone, Zöliakie etc pp. Ich würde diese Untersuchungen komplett durchmachen und danach größere Untersuchungen machen. Du solltest dich mit Physiologie beschäftigen und dir dazu ein Physiologiebuch kaufen. Je nach dem wie schnell man ist, kann es dauern bis man das durchhat. Angst hilft nicht viel weiter, es hilft einem bei einem solch seltenen Problem ohnehin keiner. Du wirst es schon selbst darlegen müssen oder du suchst dir Hilfe. Das Geld wird das größte Problem sein.
Falls du fragen hast kannst du dich an mich wenden. Viel Erfolg

Gruß

Elastor

Ralf Tillenburg
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Ralf Tillenburg » 07.10.12, 19:57

Hallo,

Ihnen ist schon klar, dass Sie sich hier außerhalb der Schulmedizin bewegen. Soll heißen, was auch immer an Ergebnissen heraus kommt, eine wissenschaftliche Konsequenz bzw. eindeutige validierte Hinweise zu einer möglichen Therapie lassen sich darauss nicht herleiten.

Und kein Arzt wird einfach mal so eine Muskelbiopsie machen (auch nicht bei Selbstzahlern), wenn das Ergebnis mehr als zweifelhaft sein wird. Damit würde er sich unethisch verhalten.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
http://www.praxis-tillenburg.de

Elastor
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Elastor » 07.10.12, 22:44

Eine Muskelbiopsie ist eine medizinische Untersuchungsart. Diese gibt Aufschluss darüber ob eine Form Defekt vorliegt, der sich auf die molekulare Ebene auswirkt. Was Dr. Tillenburg meint ist, dass es schwer ist einen solchen Defekt mit seinen Auswirkungen und Folgen zu beschreiben. Dies ist Gegenstand der Forschung. Falls Sie einen solchen Defekt haben, hat dieser Auswirkungen auf ihre Organe (z.B. Gehirn aufgrund der von Ihnen beschriebenen fehlenden Hypoglycämiewahrnehmung). Es lässt sich sehr genau darlegen was die Folgen im Großen sind (Organe). Nur der Weg bis dort hin ist eben Gegenstand der Forschung. Das heißt das was vom Molekül zum Organ (Was sich zwischen diesen Ebenen aufgrund des evtl vorliegenden mitochondrialen Defekts abspielt) passiert ist schwerer zu erfassen, weshalb Sie sich an eine entsprechende Einrichtung wenden sollten (z.B. Zentrum für neuromuskuläre Erkrankungen). Folgende Untersuchungen fallen mir spontan ein, die Sie machen können um evtl Erkenntnisse über ihre vorliegenden Problematik zu erhalten (wenige von vielen Untersuchungen). Sie müssen nur ausreichend viele Ärzte fragen, dann finden sie einen der eine solche Biopsie veranlasst. Oder Sie gehen einfach in ein x-beliebiges Krankenhaus und schildern ihre Problematik und fragen nach einer Muskelbiopsie.

- Muskelbiopsie
- Belastungs-EKG
- Creatin-Kinase
- EEG
- MRT
- Laktat/ Pyruvat, Glucose etc pp

Gruß

Elastor

Borden
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 07.10.12, 23:40

Elastor und Herr Tillenburg, ich danke Ihnen für Ihre Antworten.

Ralf Tillenburg hat geschrieben:Hallo,

Ihnen ist schon klar, dass Sie sich hier außerhalb der Schulmedizin bewegen. Soll heißen, was auch immer an Ergebnissen heraus kommt, eine wissenschaftliche Konsequenz bzw. eindeutige validierte Hinweise zu einer möglichen Therapie lassen sich darauss nicht herleiten.


Klar, aber es immer besser zu wissen woran man ist, oder?
Was mache ich denn wenn ich z. B. eine OP vor mir habe und mal einen Tag nichts essen kann? Dann würde ich mit Hitzewallungen/Kälteschauer, hochrotem Kopf, Herzrasen und anderen Symptomen reagieren und die Ärzte würden sich fragen was mit mir los ist.

Leider habe ich in meinem Fall zu oft erlebt dass "diffuse Beschwerden" gleich als psychosomatisch galten anstatt dass eine angemessene Diagnostik betrieben wurde. Deswegen bin ich nie weitergekommen.

Grüße,
Borden

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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Elastor » 14.10.12, 21:41

Hallo,

was tun Sie denn jetzt um weiter zu kommen ?

Gruß

Borden
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 14.10.12, 22:17

Erstmal hier wegziehen, in eine Wohnung in der auch im Sommer keine Hitze um bzw. über 30 Grad entsteht. Ich habe schon seit Jahren das Problem dass mein Körper sich nicht richtig auf Hitze einstellen kann. Ich kann dann nur völlig geschwächt und mit neurologischen Problemen (Schwindel, Gefühl gleich umzukippen, Nervosität, manchmal auch Muskelzucken) und merkwürdigen Hitzewallungen herumsitzen. In die Sonne kann ich bei Hitze überhaupt nicht, bei Belastung gibt es sofort starke Schweissausbrüche, vor allem auf Hinterkopf und Nacken (dort schwitze ich generell sehr stark wenn ich mich irgendwie belaste, z. B. durch Sport).
Ich habe in einem Monat einen Termin beim Neurologen, dem ich dies schildern werde.

Was das andere angeht; da bin ich noch am Überlegen wie ich weiter vorgehen soll.

Grüße,
Borden

Elastor
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Elastor » 15.10.12, 17:52

Hallo,

Die Blutviskosität ändert sich bei Temperaturänderungen sowie der Gefäßtonus etc. Das weißt auf eine Herz-Kreislaufbelastung hin wenn sie bei Hitzeinwirkung Kreislaufprobleme bekommen (Schwindel etc). Deshalb würde ich auch einmal zum Kardiologen gehen.

Gruß

Borden
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 04.02.13, 01:16

Hallo,

zwischenzeitlich wurden bei mir Hormontests gemacht. Beim ersten Mal waren folgende Werte außerhalb der Norm:

Testosteron 1,45 ng/ml [2,80-8,00]
FT3 4,60 pg/ml [2,00-4,40]
Phosphat 0,59 mmol/l [0,81-1,45]


Nach einer Weile wurde erneut Blut abgenommen. Dabei waren folgende Werte auffällig:

TSH basal 4.22 IU/ml [0.27-4.2]
Cortisol 218 ng/ml [62-194]
Testosteron 2.61 ng/ml [3.0-9.0]


Meine Fragen sind nun: Könnten diese Werte etwas mit meinen Beschwerden zu tun haben? (ich meine hier vor allem die Hitzewallungen und starken Schweißausbrüche!)

Und welche der Werte soll ich weiterhin kontrollieren lassen?

Danke im voraus.

Elastor
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Elastor » 08.03.13, 21:26

Hallo,

diese Werte können etwas mit ihren Beschwerden zu tun haben. Alle Werte oberhalb/unterhalb der Normen sollten kontrolliert werden. Testosteronmangel kann durch regelmäßige Testosterongabe therapiert werden.

Schweißausbrüche entstehen durch körperliche Anstrengung. Was strengt sie so an. Lassen sie den respiratorische Quotienten bestimmen und machen Sie ein Belastungs EKG. Grunduntersuchungen sind alle frei. Machen Sie Untersuchungen bei allen Fachrichtungen. Kardiologie, Endokrinologie (bereits erfolgt), Orthopädie etc.. Lassen Sie sich durchchecken, in dem Sie alle Grunduntersuchungen ausschöpfen. Keine Süßigkeiten Essen, regelmäßig Sport trieben, Gewicht reduzieren und die Hormonmängel behandeln lassen.

Ihr körperliche Zustand ist Ursache für ihr Problem. Wie können Sie ihren Zustand ändern. Was sind die Probleme die Sie haben. Wodurch kommen Sie. Wie lassen Sie sich ändern ? Vieles müssen Sie selbst ändern und herausbekommen. Es ist kein Verlass auf andere Personen. Trotzdem ist es wichtig sich weiter durchchecken zu lassen.

Gruß

Elastor

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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Ralf Tillenburg » 08.03.13, 22:03

Sehr geehrter User,
Ihr vorangegangenes Posting ist recht konkret im Vorschlag weiterer Diagnostik. Ihre Meinung ist subjektiv und entspricht nicht der Meinung des DMF. Bitte beachten Sie, dass die Diagnosefindung oft ein recht komplizierter Prozess ist, der aus der gezielten Befragung des Patienten, Untersuchung desselben und weiterführender Diagnostik aufgrund der Beschwerden und Befunde besteht. Ein solcher Prozess ist jedoch in einem Forum nicht möglich, darum wird in den Forenregeln auch darauf hingewiesen, dass Vermutungsdiagnosen und konkrete Vorschläge hinsichtlich Diagnostik und Therapie seitens anonymer Laien unerwünscht sind.
Das DMF würde sich sehr freuen, wenn Sie dies bei zukünftigen Postings berücksichtigen würden.

Desweiteren ist festzuhalten, dass Ihr Posting viele Fehler enthält. So sind Grunduntersuchungen keineswegs frei. Gemäß deutscher Gesetzgebung sind alle Untersuchungen zu Lasten der gesetzlichen Kassen möglich, die zur Abklärung von Beschwerden wirtschaftlich, ausreichend, notwendig und zweckmäßig sind (WANZ-Kriterien). Ungezielte Untersuchungen in allen Fachrichtungen aufgrund obskurer anonymer Internet-Empfehlungen gehören sicher nicht dazu.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Borden
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 09.03.13, 01:31

Ich denke es ist besser wenn dieser Thread nicht weitergeführt wird, deswegen bitte ich um Schließung.

Grüße,
Borden

Borden
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Re: "Pseudohypoglykämie"

Beitrag von Borden » 10.06.19, 14:56

Bitte Thread schließen.

Grüße,
Borden

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